CoreDash vs. Cloudflare Web Analytics

Cloudflare Web Analytics liefert dir Core Web Vitals von echten Nutzern kostenlos. Das ist deutlich besser als nichts. Sobald du debuggen willst, kann CoreDash mehr. Hier erfährst du, wo die Unterschiede liegen – und wann du besser bei Cloudflare bleibst.

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Ich habe CoreDash gebaut, behalte das also im Hinterkopf. Trotzdem mag ich Cloudflare Web Analytics. Es ist kostenlos, setzt keine Cookies und läuft auf vielen Websites hinter Cloudflare womöglich schon, ohne dass es jemand installiert hat.

Wenn es bei dir läuft und dir liefert, was du brauchst: Behalte es. Du misst echte Besucher – viele Websites tun das nicht. Diese Seite ist für den Moment, ab dem du Fragen stellst, die das Tool nicht beantworten kann.

Was Cloudflare Web Analytics gut macht

Der Preis, ganz klar. Web Analytics kostet in keinem Cloudflare-Tarif etwas, und deine Website muss nicht einmal über den Cloudflare-Proxy laufen. Bei einer Zone mit Proxy injiziert Cloudflare den Beacon an der Edge (und bindet SRI automatisch ein). Auf Cloudflare Pages reicht ein einziger Klick.

Cloudflare Web Analytics product page, October 2026

cloudflare.com, Oktober 2026.

Die Messung ist sauber umgesetzt. Der Beacon wrappt Googles web-vitals-Bibliothek, und Cloudflare hält ihn aktuell (das Changelog zeigt das Upgrade auf v6.2.1 am 2. September 2026). Single-Page-Apps laufen über die Soft Navigations API in Chromium, danach über die Navigation API, mit History-pushState als Fallback. So viel SPA-Support hätte ich von einem kostenlosen Beacon nicht erwartet.

Die Debug View ist ebenfalls praktisch. Unter jeder Metrik siehst du die Top-5-Elemente, die den Wert verschlechtern – als CSS-Selektoren, jeweils mit P50, P75, P90 und P99. Beim LCP siehst du Ressourcen-URL und -Größe, beim CLS das verschobene Element samt Start- und Endposition. Du kannst nach Navigationstyp filtern (bfcache, Prerender und Soft Navigations inklusive). Bots filterst du mit einem Klick heraus. Die GraphQL-API liefert mehr als das Dashboard: LCP-Teilbereiche (resource load delay, load time, render delay), INP-Phasen (input delay, processing, presentation), die fetchpriority der LCP-Ressource und Quantile bis P99,9.

Der Datenschutz stimmt ebenfalls. Laut Cloudflare-Doku gibt es keine Cookies, kein localStorage und kein Fingerprinting. In der Regel brauchst du dafür also kein Consent-Banner.

Besser als Lighthouse und Search Console allein

Die meisten Websites, die ich auditiere, schauen nur auf Lighthouse und die Search Console. Lighthouse lädt deine Seite einmal auf einem simulierten Smartphone und klickt nie etwas an. Den INP kann es deshalb nicht messen. CrUX zählt nur Chrome-Nutzer mit Opt-in und zeigt gar nichts an, bis eine Seite genügend davon hat (siehe nicht genügend Daten in der Search Console). Cloudflare Web Analytics misst die Besucher, die du tatsächlich hast. Steht also Cloudflare Web Analytics oder gar nichts zur Wahl: Schalte es ein.

CoreDash und Cloudflare Web Analytics im Vergleich

Preise und Features geprüft im September 2026. CoreDash-Preise gelten pro Monat bei jährlicher Abrechnung in USD.

CoreDashCloudflare Web Analytics
Entwickelt fürCore-Web-Vitals-Monitoring und -DebuggingDatenschutz-fokussierte Traffic-Analytics inklusive Core Web Vitals
PreisAb 16 $ (75.000 Seitenaufrufe, 1 Website), 14 Tage TestphaseKostenlos in jedem Tarif
InstallationScript-Tag unter 2 KB oder über das WordPress-PluginAutomatisch injiziert bei Zonen mit Proxy, ein Klick auf Pages oder per Snippet
CookiesStandardmäßig keine, optional für das Tracking wiederkehrender BesucherKeine
MetrikenLCP, INP, CLS, FCP, TTFBLCP, INP, CLS im Dashboard; FCP und TTFB in der API
LCP- und INP-PhasenJa, im Dashboard und in der APIJa, in der GraphQL-API
Element-AttributionLCP-, INP- und CLS-Element, LCP-Elementtyp und -Priorität, INP-Input-Typ und -Load-StateTop-5-Elemente pro Metrik mit P50 bis P99, LCP-Ressourcen-URL und -Größe, CLS-Shift-Rects
Skript-Attribution für INP (LoAF)JaNein
Eigene Segmente (Seitentyp, A/B, eingeloggt, Query-String)JaNein, Query-Strings werden nicht erfasst
Historie6 Monate bis 8 Jahre, je nach Tarif7 Tage ohne Sampling, danach auf rund 10 % aggregiert. Dashboard zeigt 6 Monate
EU-BesucherAlle RUM-Daten werden in der EU verarbeitet und gespeichertStandardmäßig ausgeschlossen, wenn RUM auf einer kostenlosen Zone mit Proxy automatisch aktiviert wird
Core-Web-Vitals-AlertsEigene Alerts und AI Auto Alerts, per E-Mail und SlackKeine. Eine wöchentliche E-Mail mit Besuchen, Seitenaufrufen und medianer Ladezeit
APIJSON-RPC, drei Tools: metrics, time series, histogramsGraphQL Analytics API, 300 Abfragen pro 5 Minuten
MCPEigener Read-only-MCP-Server, gleicher Endpunkt wie die API, in jedem Tarif enthaltenÜber den allgemeinen API-MCP von Cloudflare; der Agent schreibt das GraphQL selbst
KI-AgentCWV Superpowers: kostenlos, MIT-lizenziert, schreibt Code-Fixes aus field dataKeiner für Core Web Vitals
Synthetische TestsPre-Deploy-Check in der CI gegen deine BudgetsObservatory (Beta), Lighthouse-Tests in kostenpflichtigen Tarifen
Mehrere WebsitesAgentur-Tarife für 10 bis über 50 Kunden-Websites, Agency-APISoft-Limit von 10 Websites ohne Proxy, Websites mit Proxy unbegrenzt

Wichtig, wenn du Cloudflare Web Analytics auf einer europäischen Website nutzt: Aktiviert Cloudflare RUM auf einer kostenlosen Zone mit Proxy automatisch, schließt es Besucher aus der EU, dem EWR, Großbritannien und der Schweiz aus. Entscheidend ist dabei das Rechenzentrum, das den Request verarbeitet hat – egal, in welchem Land der Besucher tatsächlich sitzt. Ich verstehe den Grund dafür. Aber ein europäischer Shop blickt damit schnell auf ein Dashboard, in dem die meisten Besucher fehlen. Prüfe diese Einstellung, bevor du den Zahlen vertraust.

Cloudflare Web Analytics setup docs: the option that excludes visitor data in the EU (marked)

Setup-Dokumentation von Cloudflare Web Analytics, Oktober 2026.

Wo CoreDash mehr kann

Cloudflare Web Analytics beantwortet die Frage: „Wie schnell ist meine Website für echte Besucher?“ Als erste Frage ist das genau richtig. Nach ein paar Monaten kommen andere Fragen auf. Welches Skript hat den INP verschlechtert? Hat das Release vom letzten Dienstag etwas kaputt gemacht? Ist der Checkout für eingeloggte Kunden langsamer? Wie schneidet dieser November im Vergleich zum Vorjahr ab? Die meisten dieser Fragen kann Cloudflare nicht beantworten.

Alerts

Die einzige Benachrichtigung in Web Analytics ist eine wöchentliche E-Mail mit Besuchen, Seitenaufrufen und medianer Ladezeit. Keine Core-Web-Vitals-Alerts. Eine Regression bemerkst du erst, wenn zufällig jemand das Dashboard öffnet – oder einen Monat später, wenn die Search Console rot wird.

CoreDash bietet zwei Arten von Alerts. Eigene Alerts überwachen das P75 einer beliebigen Metrik nach Gerät, Land, Browser oder Seite. Sie schlagen an, sobald der Status von gut zu optimierungsbedürftig oder schlecht wechselt oder sich der Wert um mehr als 25 % oder 50 % verschlechtert. AI Auto Alerts aktivierst du mit einem einzigen Schalter: Sie prüfen täglich hunderte Segmente über alle fünf Metriken hinweg. Eine Regression melden sie nur, wenn mindestens 2 % deines Traffics betroffen sind – inklusive Segment und genauer Anzahl betroffener Nutzer. Beide Alert-Typen landen per E-Mail oder in Slack. Deine CrUX-Daten liegen im selben Dashboard wie deine RUM-Daten. So vergleichst du direkt, was Google sieht und was deine Besucher erleben.

Welches Skript die Ursache war

Beim INP zeigt dir Cloudflare, welches Element langsam war. Über die API siehst du auch, wie sich die Zeit auf input delay, processing und presentation verteilt. Aber nicht, welches Skript die Ursache war. Das Schema enthält keine Felder für Long Animation Frames. Genau das ist aber der entscheidende Punkt. Ein langsamer Klick liegt meistens an einem Tag-Manager oder Chat-Widget, das den main thread blockiert – während der eigentliche Handler des Buttons einwandfrei läuft.

Löst eine Interaktion einen Long Animation Frame aus, speichert CoreDash die Skript-URLs aus der Long Animation Frames API direkt mit. So kannst du den INP nach Skript filtern. Dazu erhältst du den Input-Typ, den INP-Load-State (kam der Klick, während die Seite noch geladen hat?) und die LCP-Priorität (preloaded, fetchpriority high oder lazy loaded). Die Aufschlüsselung der Phasen findest du im Dashboard genauso wie in der API. Die Diagnosis-Ansicht prüft außerdem auf 14 LCP-Anti-Patterns und liefert dir den passenden Fix für deinen Stack.

Segmente und Historie

Cloudflare erfasst weder Query-Strings noch Custom Events oder Custom Dimensions. Du kannst deine Daten also nicht nach UTM-Parametern, A/B-Varianten, Seitenvorlagen oder Login-Status segmentieren. In CoreDash setzt du eine window-Variable, bevor das Snippet lädt. Schon werden Seiten-Label, A/B-Variante und Login-Status zu Dimensionen – genau wie der Query-String. Fasse 50.000 Produktseiten unter einem Label wie „product“ zusammen und du erhältst einen einzigen Wert für das gesamte Template.

Cloudflare speichert rohe Beacon-Daten 7 Tage lang ohne Sampling. Danach werden sie auf rund 10 % aggregiert; das Dashboard reicht sechs Monate zurück. Für „Wie stehen wir diese Woche da?“ reicht das völlig. Diesen Black Friday mit dem Vorjahr zu vergleichen, klappt so aber nicht. CoreDash speichert Daten 6 Monate bei Starter, ein Jahr bei Standard, 3 Jahre bei Studio und 8 Jahre bei Enterprise.

MCP und KI-Agenten

Früher hatte Cloudflare einen eigenen GraphQL-MCP-Server. Der ist inzwischen deprecated und durch den allgemeinen API-MCP ersetzt. Dort greift ein Agent über generische Such- und Ausführungstools auf die Analytics zu und muss das GraphQL selbst schreiben. Das funktioniert, aber der Agent muss zuerst das RUM-Schema verstehen, bevor er überhaupt eine Frage stellen kann.

Der MCP-Server von CoreDash nutzt denselben Endpunkt wie die API und bietet drei Tools: get_metrics, get_timeseries und get_histogram. Deine eigenen Skripte nutzen genau dieselben drei Tools. Ein Report, den du baust, zeigt also exakt die Werte, die auch dein Agent sieht. Der Zugriff ist read-only (es gibt überhaupt keinen Schreibpfad) und in jedem Tarif enthalten, auch bei Starter. Verbinde ihn mit Claude, Claude Code, Cursor, Windsurf, VS Code oder der Gemini CLI und frage, welche Seiten diese Woche auf Mobilgeräten langsamer geworden sind.

Dazu gibt es CWV Superpowers, einen kostenlosen, MIT-lizenzierten Agenten. Er zieht deine field data, findet den Bottleneck mit dem größten Zeitanteil, zeichnet einen Chrome-Trace mit mobiler Emulation und 4-facher CPU-Drosselung auf und schließt mit einem Code-Fix (Datei, Zeile und Diff) oder einem HTML-Report ab. Ein Lighthouse-Score taucht darin nirgends auf. INP mit einem KI-Agenten beheben zeigt das an einer echten Website.

Betreust du Kunden-Websites, liest die Agency-API jedes Kundenprojekt mit denselben drei Tools aus. Die Agentur-Tarife bündeln zudem die Seitenaufrufe über alle Kunden hinweg. Du zahlst nach Seitenaufrufen, und jeder Tarif enthält jedes Dashboard. Ein größeres Paket bedeutet also vor allem mehr Volumen, mehr Websites und längere Datenaufbewahrung.

Wann Cloudflare Web Analytics die bessere Wahl ist

  • Dein Budget liegt bei null. Die kostenlose Version von Cloudflare ist gut.
  • Du bist bei Cloudflare und das Tool läuft bereits. Schau dir an, was es anzeigt, bevor du Geld ausgibst – auch für CoreDash.
  • Du willst vor allem datenschutzfreundliche Besucher- und Seitenaufrufzahlen und nebenbei einen Blick auf die Core Web Vitals werfen. Genau dafür wurde es gebaut.
  • Deine Website ist klein und niemand debuggt jede Woche Performance-Probleme. Die Top-5-Elemente in der Debug View zeigen oft schon direkt auf das langsame Hero-Bild.
  • Du zahlst ohnehin für Cloudflare Pro oder höher und willst Lighthouse-Tests direkt neben deinen field data. Observatory liefert genau das.

Beide Tools parallel testen

Du kannst einfach beide laufen lassen. Cloudflare ist kostenlos und CoreDash bietet eine 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte. Zwei Wochen auf derselben Website kosten dich also nichts. Öffne danach deine langsamste Seite in beiden Tools und schau, welches dir erklärt, warum sie langsam ist. Willst du vorher die Dashboards sehen? Öffne die CoreDash-Demo und prüfe die Preise für deinen Traffic. Weitere Tools findest du auf der Vergleichsseite.

Quellen: Über Web Analytics, Core Web Vitals in Web Analytics, Web Analytics FAQ, Limits, Changelog, Benachrichtigungen, RUM-Beacon, Observatory-Tests, GraphQL-API-Limits, Cloudflare-MCP-Server.